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03.09.2015

Große Gewächse

Für alle Winzer, die Mitglied im Verband der deutschen Prädikatsweingüter (VDP) sind, ist die letzte Augustwoche jedes Jahr eine spannende Zeit.

Denn noch bevor die Weißen der Großen Gewächse* (kurz: GG) ab 1. September des Folgejahres der Ernte offiziell auf dem Markt erhältlich sind, dürfen sich Journalisten, Sommeliers und andere professionelle Verkoster in Wiesbaden auf der Großen Gewächs-Verkostung ein Bild machen. Dieses wird in der Presse, heutzutage vor allem im Internet auf diversen Blogs, kommentiert.

Über manche Kommentare freut sich der Winzer, andere hört er nicht so gern, in wieder anderen wird er gar nicht erst erwähnt. Daran erkennt auch der Leihe, dass selbst die Profis sich nicht einig sind. Dass sich über Geschmack nicht streiten lässt, ist bekannt.

Und während die Profis ihre Meinung kundtun, fragt sich der „Otto Normalverbraucher“ – Was macht ein GG so besonders? GG’s sind keine leichten, süffigen Weine; sie sind kräftig und etwas höher im Alkohol. Ein GG soll die Lage, in der es gewachsen ist, geschmacklich abbilden. GG’s haben ein enormes Reifepotential. Alle Weine, die am 1. September auf den Markt gekommen sind, werden durch eine Reifezeit geschmacklich gewinnen. Einige sind schon jetzt sehr zugänglich, viele haben noch ein paar Jahrzehnte vor sich. Wann ein GG als solches tituliert werden darf, wurde im oben beschrieben.

 

Die Meinungen über Franken und den Casteller Schlossberg

Nur 15 fränkische GG’s vom Silvaner und Riesling wurden gezeigt, welches nahelegt, dass die

Franken streng gesiebt haben, so Felix Bodmann auf seinem Blog www.schnutentunker.de. Nur gute Weine durchzulassen, sei beeindruckend. 

Es ist Franken im Jahrgang 2014 gelungen mit einem Dutzend GGs die komplette Bandbreite dessen abzubilden, was großer trockener Silvaner sein kann und diese Weine sind nicht nur große Silvaner oder große deutsche Weißweine, viele spielen in der Liga ‚große trockene Weißweine von Welt‘ – das haben die Diskussionen in Wiesbaden angedeutet.

 

Der Schlossberg Riesling vom Fürstlich Castell’schen Domänenamt „hat einfach Esprit und entzieht sich ansonsten meinem Wortschatz“. (Quelle: www.schnutunker.de; Felix Bodmann)

Auch Rainer Kaltenecker hat in seinem Blog (https://toaster.wordpress.com/riesling-grosse-gewaechse-2014-franken/) lobende Worte für den 2014er Schlossberg Riesling übrig,

Er nennt ihn ein ausgezeichnetes GG, seinen persönlichen Favorit in Franken und beschreibt ihn wie folgt:

„Ausgeprägtes und tiefes Bukett nach einem ganzen Korb gelber reifer Früchte, komplexe würzige Noten, sehr mineralisch. Am Gaumen ein eher dichter Wein, packender ungemein mineralischer Auftakt, die Säure rauscht auf und beides, Säure und Mineralität greifen fest in meinen Gaumen, Asche, Steinsalz und getrocknete Wildkräuter, dazu lässt der Wein es an Frucht nicht fehlen, tief, beeindruckend nachhaltig, mit betont langem Nachhall. Trinkreife: 2020 – 2027; Punkte:  92-93“

Stuart Pigott (Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.08.2015, NR. 35) widmet sich klassischerweise eher dem 2014er Schlossberg Silvaner und nennt ihn

„Kraftvoll, fast mächtig mit sehr viel Reife und einer ausgeprägten Kräuterwürze, die lange am Gaumen hängenbleibt; ein echter Charakterkopf!“

Dass die Meinungen auseinander gehen, ist also nicht ungewöhnlich. Von einigen wird Franken im Allgemeinen als Favorit oder sogar „absoluter Gewinner des Jahres“ (Dirk Würtz in seinem Blog www.wein-wuertz.de) betitelt. Laut ihm gibt es eine Art neuen Silvaner. „Das hat alles durch die Bank weg Spaß gemacht.

 

Seine eigene Meinung bilden – bei: „Spaß im Glas“ im Weinstall Castell

Das Fürstlich Castell’sche Domänenamt lädt am 18. September 2015 von 18.00 bis 21.00 Uhr in den Weinstall Castell ein, um gemeinsam die Grossen Gewächse zu probieren!

Die Veranstaltungsreihe „Spaß im Glas“ findet nun schon zum vierten Mal statt. Für 10 € können die Gäste intensive Weine mit Kraft und Länge in ungezwungener Atmosphäre verkosten. Die Domäne Castell steht dabei beratend zur Seite. Der Weinstall Castell bietet für den kleinen Hunger fränkische Tapas an.

Um Reservierung wird gebeten:

Weinstall Castell; Tel.: 09325-980 9949; E-Mail: info_Spam-Verbot_@weinstall-castell_Spam-Verbot_.de

Fürstlich Castell’sches Domänenamt; Tel.: 09325-601 62; E-Mail: weingut@castell.de

 

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